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Pulheimer Bach

Pulheim/Bergheim/Rhein-Erftkreis/Köln: Universität zu Köln hat Forschung am Pulheimer Bach aufgenommen
 
Das Geographische Institut der Universität zu Köln führt im Gebiet des Pulheimer Bachs derzeit Geländepraktika für Studierende durch. Neben dem Erlernen geographischer Fähigkeiten im Gelände ist das Ziel die Rekonstruktion der Landschaftsgeschichte im Einzugsgebiet des Pulheimer Bachs. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Entwicklung der Böden und der Erfassung des Bodenab- und Bodenauftrags. Hierzu vermessen die Studierenden die Landschaft und erfassen durch Hand- und Maschinenbohrungen den oberflächennahen Untergrund. Als Ergebnis werden Karten erstellt, in denen die Erkenntnisse der Geländearbeiten graphisch dargestellt werden. Dr. Oliver Bödeker, der das Projekt leitet: „Schon jetzt kann man sagen, dass es erhebliche Verlagerungsprozesse von der Haupt- auf die Mittelterrasse gegeben hat.“
Im Gebiet des nächsten Renaturierungsabschnitts südlich der Kläranlage Bergheim-Glessen (Baubeginn 2. Hälfte 2009) kartieren die Studierenden durch Bohrungen die Ausdehnung eines ehemaligen Weihers, der für die gleichmäßige Wasserversorgung der unterhalb gelegenen drei Wassermühlen angelegt wurde. Historische Karten belegen bis etwa 1940 die Teichanlagen, von denen es mehrere im Einzugsgebiet des Baches gab. Neben feinkörnigen, grauen Ablagerungen lassen sich Reste von Schnecken finden, die in diesem ehemaligen Teich gelebt haben. Verbandsvorsteher Horst Engel: „Die Arbeiten und die gewonnenen Erkenntnisse werden im Rahmen der regionale2010 und der Patenschaft des Geographischen Instituts mit dem Bachverband dokumentiert und fließen in die Konzeption des Erlebnispfades ein. Damit stellen wir sicher, dass sie einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.“
 
Weitere Geländepraktika werden sich anschließen. Dabei wird es u.a. darauf ankommen, Sediment für die Datierung zu gewinnen sowie Profile für die Pollenuntersuchungen zu nehmen. Aufgrund der unerwartet angetroffenen mächtigen Stillwassersedimente rechnen sich die Wissenschaftler Chancen auf eine gute Pollenerhaltung aus, mit der man sowohl die Klima- als auch die Nutzungsgeschichte erfassen kann.
Hinweise:
 
1.
Der Pulheimer Bach hat zusammen mit seinen Nebengewässern insgesamt 24 km Länge. Er wird aus vier natürlichen Quellen unterhalb der Ville gespeist. Nach seinem Weg durch Glessen, Sinthern, Geyen und Pulheim mündet er vor den Toren Kölns in einem ehemaligen Rheinarm, dem Naturschutzgebiet der großen und kleinen Laache, wo er versickert und den Grundwasserhaushalt des Kölner Nordens mit jährlich rund 2.000.000 m³ Wasser anreichert. Eine Wassermenge mit der man z.B. eine Stadt von 50.000 Einwohnern mit Trinkwasser versorgen könnte.
2.
Die Universität zu Köln, Geographisches Institut und der Unterhaltungsverband Pulheimer Bach haben am 10. November 2008 in den Räumen des Geographischen Instituts feierlich eine Kooperations- und Patenschaftsurkunde unterzeichnet. In der Urkunde wird ausgeführt:
„Im Rahmen der regionale2010 – REGIOGRÜN – wird entlang der „Wasserachse Pulheimer Bach“ das Gewässer renaturiert und die Maßnahme durch einen Erlebnispfad der Bevölkerung näher gebracht. In Form einer Patenschaft vereinbaren das Geographische Institut der Universität zu Köln und der Unterhaltungsverband Pulheimer Bach eine Kooperation, die Forschungsprojekte am Gewässer und seinem Umfeld über den Zeitraum der regionale2010 – REGIOGRÜN hinaus ermöglicht.“
 
3.
Inzwischen haben auch erste Examenskandidaten am Pulheimer Bach erfolgreich Unterrichtsproben absolviert.

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