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Verbraucher-Tipps

Verbraucherzentrale in Bergheim

Verbraucherzentrale in Bergheim

Der Frühling hat begonnen, das Wetter wird wärmer, die Osterferien stehen vor der Tür. Eigentlich eine klassische Reisezeit, doch das Coronavirus hat die Welt fest im Griff. Deutschland hat seine Grenzen geschlossen und eine weltweite Reisewarnung bis Ende April für nicht notwendige, touristische Reisen ausgesprochen. Auch innerdeutsche Reisen sind aufgrund der bundesweiten Kontakt- und Ausgangssperren nicht mehr möglich. Die Verbraucherzentrale NRW erklärt die Rechte und Möglichkeiten von Urlaubern, die ihre Reise aktuell nicht antreten können.

Stornierung von Reisen: Aufgrund der weltweiten Corona-Reisewarnung des Auswärtigen Amtes können bis Ende April bevorstehende Pauschalreisen ins Ausland kostenlos storniert werden. Auch innerdeutsche Reisen sowie einzeln gebuchte Leistungen sind aufgrund der behördlichen Anordnung von Kontakt- und Ausgangssperren sowie Schließung von Hotels nun kostenlos stornierbar. Zumindest dann, wenn für die Buchung deutsches Recht gilt. Anders ist es, wenn etwa die individuelle Buchung einer Unterkunft direkt beim Anbieter im Ausland erfolgt ist.

Bester Zeitpunkt für Stornierung: Wer erst nach April 2020 eine Reise plant, läuft bei einer frühen Stornierung Gefahr, nicht unter den beschriebenen Schutz zu fallen und auf Stornierungskosten sitzen zu bleiben. Wir raten daher zu einer individuellen Abwägung der Vor- und Nachteile einer Stornierung. Weiterhin Reisewillige können zunächst abwarten, erfahren aber im Zweifel erst sehr kurzfristig, ob die Reise tatsächlich stattfindet. Menschen, die ihre Reise aufgrund der Corona-Pandemie nun nicht mehr antreten möchten und dennoch mit der Stornierung warten, laufen hingegen Gefahr, dass sich die Stornoentgelte erhöhen, falls zum Reisezeitpunkt keine „unvermeidbaren, außergewöhnlichen Umstände“ mehr vorliegen, die zum kostenlosen Rücktritt vom Reisevertrag berechtigten. Diejenigen, die frühzeitig unter Hinweis auf den Coronavirus stornieren (oder bereits storniert haben), können unserer Ansicht nach die Stornierungsgebühren nachträglich zurückfordern, wenn zum Reisezeitpunkt die Voraussetzungen für einen kostenlosen Rücktritt - wie beispielsweise die Reisewarnung des Auswärtigen Amts - weiterhin vorliegen.

Gutschein oder Umbuchung statt Stornierung: Die Praxis von Reiseunternehmen, offenbar zunehmend kein Geld mehr zu erstatten und auf Gutscheinlösungen zu bestehen, entspricht nicht der geltenden Rechtslage. Im Sinne einer einvernehmlichen Einigung sollte man sich jedoch überlegen, ob dies eine sinnvolle Option sein könnte. Denn sollte es zu keiner Einigung mit dem Reiseveranstalter kommen, werden Verbraucher in den Rechtsstreit gehen müssen. Unklar ist allerdings, ob der Betrag eines Gutscheins für eine künftige Buchung von der Insolvenzabsicherung für die ursprünglich gebuchte Reise erfasst ist.

Restzahlungen für Reisen ab Mai: Wir raten dazu, zunächst Kontakt zum Reiseunternehmen aufzunehmen, um zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen. Rechtlich gilt, dass – sollten eine für Mai oder später anstehende Reise noch nicht vom Veranstalter abgesagt oder storniert worden sein grundsätzlich eine vertragliche Verpflichtung besteht, vereinbarte Restzahlungen termingerecht zu zahlen. Andernfalls könnten Mahnkosten oder Schadensersatz­pflichten entstehen.

Entschädigung für abgesagte Flüge: Dass der Preis von Flügen, die aufgrund von Ein- bzw. Ausreisebeschränkungen nicht durchgeführt werden können, erstattet werden muss, ist unstrittig. Ob mit der Annullierung eines Fluges zusätzlich auch ein Anspruch auf Entschädigung nach der Fluggastrechteverordnung entsteht, hängt dagegen davon ab, ob sich das Flugunternehmen auf „unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände“ berufen kann. Pauschal ist das nur schwer zu beurteilen. Die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt im Zweifelsfall, einen entsprechenden Antrag zu stellen – zum Beispiel über unsere kostenlose Flugärger-App.

Weitere Informationen und rechtliche Hilfestellungen zu diesen und anderen akuten Verbraucherfragen erhalten Sie weiterhin in Ihrer Beratungsstelle vor Ort. Bitte beachten Sie, dass eine persönliche Beratung zurzeit jedoch nur telefonisch unter 02271 / 450 25 01 oder per Mail an bergheim@verbraucherzentrale.nrw erfolgen kann.

Weitere Informationsquellen: https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/covid-19/2296762

Beschwerden richtig einordnen - Ratgeber informiert über Nebenwirkungen von Medikamenten

„Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“ – wenn das immer so einfach wäre.

Mehr als 100.000 zugelassene Arzneimittel sind in Deutschland auf dem Markt. Das macht es selbst für die Experten schwierig, vorhandene Beschwerden als mögliche Nebenwirkung einzuordnen. Deshalb ist es so wichtig, dass Patienten Grundkenntnisse besitzen und wachsam sind. Der Ratgeber der Verbraucherzentrale „Neben- und Wechselwirkungen von Medikamenten“ bereitet Betroffene auf den nächsten Arztbesuch vor und hilft ihnen, dabei aufgeklärt und mündig aufzutreten.

Für eine Entscheidung für oder gegen eine Behandlung sind Kenntnisse über ihre Risiken nötig. Die Leserinnen und Leser erfahren, woran sie Nebenwirkungen erkennen können, wie diese entstehen und welche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, mit Nahrungs- oder Nahrungsergänzungsmitteln auftreten können. Das Buch erläutert zudem, wer besonders gefährdet ist, und gibt Tipps zur richtigen Dosis sowie zu geeigneten Einnahmezeiten. Zudem informiert es darüber, welche Wirkstoffe Medikamentenabhängigkeiten verursachen können. Eine Reihe von Abbildungen hilft dabei, Beschwerden und Schmerzen korrekt zu beschreiben, um die Kommunikation in der Praxis oder Apotheke zu optimieren.

Der Ratgeber „Neben- und Wechselwirkungen von Medikamenten. Erkennen und bewerten“ hat 184 Seiten, kostet 16,90 Euro und ist in den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW Bergheim, Hauptstraße 108 (Tel.: 02271 / 45025-01) und Brühl, Carl-Schurz-Straße 1 (Tel.: 02232 / 20687-01) erhältlich.

Anmerkung: Die Verbraucherzentrale ist coronabedingt geschlossen worden.

Einmal im Jahr wird abgerechnet – jedenfalls wenn in einem Mietvertrag Vorauszahlungen für die Nebenkosten vereinbart sind. Doch wie sieht eine ordnungsgemäße Betriebskostenabrechnung überhaupt aus? Was muss auf jeden Fall drinstehen, wie dürfen Kosten verteilt werden, und innerhalb welcher Fristen können Mieterinnen und Mieter Fehler reklamieren? Unter welchen Umständen ist eine Erhöhung der Vorauszahlungen zulässig? „Das Mieter-Handbuch“, das Verbraucherzentrale und Deutscher Mieterbund gemeinsam herausgeben, informiert über die aktuelle Rechtslage und zeigt Handlungsmöglichkeiten auf. Zu Problemen kommt es in diesem Bereich relativ häufig: Rund ein Drittel aller Rechtsberatungen der Mietervereine dreht sich um das Thema Betriebs- und Heizkosten.

Das Praxishandbuch bietet Orientierung in vielen Mietrechtsfragen und liefert praktische Tipps für zahlreiche Situationen vom Unterschreiben des Vertrags bis zur Kündigung. Urteile des Bundesgerichtshofs helfen bei der Einschätzung der persönlichen Rechtslage. Verbraucherinnen und Verbraucher können die Checklisten, Mustervereinbarungen und Vertragsformulare im DIN-A4-Format nutzen, um die eigene Betriebskostenabrechnung Schritt für Schritt zu überprüfen. Gut vorbreitet und informiert können sie so ihre Rechte wahrnehmen.

Der Ratgeber „Das Mieter-Handbuch. Mietvertrag, Nebenkosten, Modernisierung, Mieterhöhung, Mietminderung, Kündigung“ hat 140 Seiten plus rund 100 Seiten Vordrucke, kostet 14,90 Euro und ist in den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW Bergheim, Hauptstraße 108 (Tel.: 02271 / 45025-01) und Brühl, Carl-Schurz-Straße 1 (Tel.: 02232 / 20687-01) erhältlich.

Für eine Erstberatung zu Mietrechtsfragen stehen den Verbrauchern in den Beratungsstellen Rechtsanwälte des Mietervereins zur Verfügung, eine individuelle Beratung kostet 20,00 € und kann in den Beratungsstellen vereinbart werden.

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